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Psychotherapie

Psychotherapie ist eine wissenschaftlich praktische Tätigkeit und ist in Österreich im Psychotherapiegesetz (Bundesgesetzblatt Nr. 361/1990) geregelt. Der Begriff "Psychotherapie" (altgriechisch) bedeutet ursprünglich den ganzen Menschen und seine Seele zu heilen. Unsere seelische Gesundheit hängt von Stimmungen und Gefühlen, sowie von Verhalten, Gedanken und körperlichen Vorgängen ab. In der Psychotherapie wird eine Beziehung zwischen PsychotherapeutIn und PatientIn/KlientIn aufgebaut, die versucht psychische Leidenszustände zu heilen oder zu lindern, innere seelische bzw. zwischenmenschliche Konflikte zu bewältigen oder Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Die psychotherapeutische Arbeitsweise ist gekennzeichnet durch das psychotherapeutische Gespräch und gezielten Übungen zur Unterstützung. Eine Sitzung dauert ca. 50 Minuten, die Behandlung kann mehrere Wochen, Monate oder Jahre dauern.
Die systemische Therapie ist eine Form der Psychotherapie, die Gesundheit und Krankheit eines Menschen sowie die persönliche Lebensqualität im Zusammenhang mit seinen relevanten Beziehungen und Lebenskonzepten sieht.
Menschliches Handeln wird als ein Handeln in sozialen Systemen gesehen, welches sich als Familie, Paar, als Kollegenkreis am Arbeitsplatz etc. zusammensetzen kann. Durch gegenseitige Beeinflussung bilden sich ganz unbewusst ohne eigenes Wollen Verhaltens- und Interaktionsmuster aus, die nach festen, vorhersagbaren Regeln funktionieren, von den Beteiligten meist aber nicht erkannt werden. So kann die Entstehung von Schwierigkeiten und Problemen, sowie deren Lösung im sozialen Miteinander zu suchen sein.

Zentral ist die Annahme, dass sich seelische Belastungen und psychosomatische Symptome bei Beziehungs- und Kommunikationsstörungen innerhalb eines Systems (z. B. Familie, Partnerschaft, Arbeitsplatz, Schule etc.) in Einzelpersonen zeigen. Durch Änderung des Einzelnen entsteht eine Änderung im gesamten System.

Systemische Einzeltherapie

Seelische Erkrankungen können jede/n treffen. Gründe für die Inanspruchnahme psychotherapeutischer Unterstützung reichen vom Wunsch sich selbst besser kennen zu lernen (Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung) über Bewältigung von Lebens- und Sinnkrisen, Linderung bzw. Klärung psychosomatischer Beschwerden bis hin zu starkem seelischen Leidensdruck.
Bei der Lösung von psychischen Problemen
  • Angststörungen (Panikattacken)
  • Einsamkeit und Kontaktschwierigkeit
  • Depressionen
  • Erschöpfungszustände, Burnout-Syndrom
  • Akute Belastungssituation
  • Süchte
  • Zwangsgedanken und -handlungen
  • Psychosomatische Erkrankungen, wie z.B. Magen- Zwölffingerdarmgeschwür, Migräne, Magersucht (Anorexie), Fettsucht, Ess-/Brechsucht (Bulimie)
  • funktionelle Störungen (wiederkehrende Beschwerden aller Art, wie z.B. Kopf-, Bauchschmerzen, sexuelle Störungen, Atemnot...)
  • Partner- und Beziehungsprobleme
  • Familienprobleme
Einzeltherapie in Lebenskrisen
  • Fragen nach dem Lebenssinn
  • Auswirkungen chronischer körperlicher Erkrankungen
  • Schicksalsschläge wie Tod einer wichtigen Bezugsperson
  • Übergang in eine neue Lebensphase, wie z.B. Ruhestand
Bei Fragen zur eigenen Herkunftsfamilie
  • Konflikte aus und in der eigenen Herkunftsfamilie, die sich dort nicht oder nicht mehr klären lassen
  • Einfluss von Erfahrungen und Erlebnissen aus der eigenen Herkunftsfamilie, die heute als einschränkend und behindernd erlebt werden

Systemische Familientherapie

Die Familie ist das System, in dem zwischenmenschliche Beziehungen von allen Beteiligten am intensivsten erlebt werden. Aus diesem Grund ist es vor allem die Familie, die Probleme und Schwierigkeiten entstehen und fortbestehen lässt. Verletzungen, Zurückweisungen, Kränkungen usw. im familiären Milieu wirken intensiver als in weniger eng verflochtenen sozialen Systemen. Allerdings verfügt gerade die Familie über die notwendigen Ressourcen, welche die entstandenen Schwierigkeiten auflösen können.

Wenn Kinder und Jugendliche Probleme zeigen, ist es Erfolg versprechend, wenn nicht nur alleine mit ihnen gearbeitet, sondern wenn die ganze Familien einbezogen wird. Alle Ressourcen der Familie können dadurch für den Lösungsprozess nutzbar gemacht werden.
Wenn Veränderungen innerhalb einer Familie zu Krisen geführt haben
  • Geburt
  • Pubertät und Ablösung/Auszug der Kinder
  • Trennung und Scheidung
  • Tod eines Familienmitglieds
  • Patchwork-, Pflege- und Adoptionsfamilien
Bei allen Problemen und Schwierigkeiten, von denen Kinder und Jugendliche in der Familie betroffen sind
  • Schul- und Leistungsprobleme
  • Ängste
  • starke Unruhe, Unaufmerksamkeit
  • ADS/ADHS
  • unerwünschtes Sozialverhalten
  • Rückzug und depressive Verstimmungen
Bei allen Erziehungsproblemen
  • Trotz und oppositionelles Verhalten
  • Streit oder Rivalität unter Geschwistern
  • Konflikte mit Gleichaltrigen
  • Lügen, Sachbeschädigung und Diebstahl

Familienaufstellung

Es wird davon ausgegangen, dass die Dynamik der Ursprungsfamilie auf unsere Gegenwartsfamilie, unsere Beziehungen, unsere körperliche und psychische Verbindlichkeit, und oft auf unsere berufliche Situation Einfluss hat.

Durch die räumliche Aufstellung des Familiensystems und der eigenen Person mit Hilfe von stellvertretenden Personen können Identifizierungen mit Mitgliedern aus der Herkunftsfamilie und auf unsere Lebensgestaltung destruktiv wirkende psychodynamische Mechanismen, sichtbar gemacht werden.
Im Hier und Jetzt der Aufstellungssituation teilen Rollenspieler, Gefühle, Körperempfindungen und Atmosphären mit, die sie auf dem Platz, auf dem sie stehen, wahrnehmen. Durch ein Umstellen des Beziehungsbildes im außen, können sich innere Bilder mit ihren dazugehörigen Deutungen und Empfindungen ändern. Nachdem die Person, die die Familie aufgestellt hat, ihren neuen, angemessenen Platz im System einnimmt, kann ein Zugang zu Ressourcen, neue Sichtweisen und konstruktiven Lösungen gefunden werden. Von dieser Position aus kann es auch möglich werden, Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Eine weitere therapeutische Betreuung zur weiteren Integration des Erlebten ist empfehlenswert.